
Das Schülerforschungszentrum „Die Gehirnwerkstatt“ bietet Praktikumsplätze sowohl für Schulbetriebspraktika als auch für freiwillige Praktika (z.B. in den Schulferien) an. Das Angebot richtet sich an alle interessierten Jugendlichen. Bitte wende deine aussagekräftige Bewerbung – digital oder postalisch – an PD Dr. Christoph Krick.
Einen Eindruck zu den Angeboten eines Praktikums bei uns schildert euch hier Eva Lindemann.
Ich bin Eva Lindemann, 16 Jahre alt und besuche die 11. Klasse des Cusanus Gymnasiums in Erkelenz (NRW). Ich interessiere mich sehr für Biologie, Medizin, Psychologie und insbesondere die Neurowissenschaften. Deshalb habe ich mich besonders gefreut, in Homburg (Saarland) die Gehirnwerkstatt von PD Dr. Krick erkunden zu dürfen. Nun werde ich von meinen Erfahrungen berichten.
Was kann man in der Schülerwerkstatt erleben?
In der Schülerwerkstatt bieten sich viele Möglichkeiten in die Forschung zu schnuppern. Gemeinsam mit zwei weiteren Praktikanten durfte ich zusammenarbeiten und deren „Jugend forscht“-Projekt kennenlernen. Das Projekt befasste sich thematisch mit Multi-Tasking, Single-Tasking und deren neurobiologischen Folgen. Ich konnte innerhalb dieses Projektes sogar mein eigenes Gehirn untersuchen, Kenntnisse zur MRT-Technik erwerben und meine Erfahrungen dann in die Praxis umsetzten. Zusätzlich zum Hauptprojekt entdeckte ich aber viele weitere Forschungsbereiche. Innerhalb der Genetik sequenzierte ich zum Beispiel meine eigene DNA und sah, wie eine PCR-Testung (z.B. Vergleich verschiedener genetischer Muster) abläuft und ausgewertet wird. Auch technologische und medizinische Teilbereiche konnte ich entdecken. Zum Beispiel testete ich gemeinsam mit einem anderen Praktikanten die Funktionsweise einer Duplex-Sonografie (diagnostische Bildgebung) und beobachtete eine Gehirnoperation.
Besonders gefreut hat es mich, dass ich als Schülerin an den Studenten-Vorlesungen teilhaben durfte. Fasziniert haben mich dabei vor allem die Lesungen zum Thema radiopharmazeutische Instrumente zur onkologischen Diagnostik/Therapie und MRT-Technik.
Am Ende des Praktikums durfte ich sogar meine selbst sequenzierte DNA und meine Gehirnbilder mitnehmen.
Was fand ich besonders toll in der Schülerwerkstatt?
Besonders toll fand ich die wissenschaftliche und offene Atmosphäre. Sowohl Dr. Krick, als auch die anderen Praktikanten waren sehr kooperativ, hilfsbereit und verständnisvoll. Ich hatte jeden Tag Spaß und wurde in meinem Können und Fähigkeiten so geschätzt und akzeptiert, wie ich bin, unabhängig von Vorwissen oder Qualifikationen. Aufgrund einer offenen Fehlerkultur hatte ich auch keine Angst Fehler zu machen, was besonders förderlich auf das gemeinsame Lernen und mögliche Fortschritte wirkte. Auch beeindruckte es mich, dass ich selbst sehr viel in die Praxis umsetzen durfte. Dabei wurde ich selbstverständlich unterstützend begleitet.
Was konnte ich in der Schülerwerkstatt lernen?
Ich konnte eine Menge Erfahrungen sammeln. Ich lernte nicht nur theoretische Konzepte kennen, sondern auch diese in die Praxis umzusetzen. Zusätzlich erfuhr ich wie man eigene Projekte beginnt und worauf man dabei achten muss. Fokus wurde hierbei auf das Sammeln wissenschaftlicher Daten und computerunterstütztes Auswerten gelegt. Durch das Kennenlernen vielfältiger Forschungsgebiete (z.B. Genetik, Neurologie, Diagnostik, Technik, Physik, Informatik…) konnte ich erkennen, wie wichtig deren gemeinsame Zusammenarbeit ist und welches Gebiet mir besonders gut gefällt.
Würde ich nochmal ein Praktikum in der Schülerwerkstatt machen?
Auf jeden Fall ja! Ich kann es kaum erwarten mein nächstes Praktikum zu planen und finde es schade, dass die Zeit so schnell vorbeiging.
Was sind die Voraussetzungen, dass man ein Praktikum dort machen darf?
Um ein Praktikum in der Schülerwerkstatt zu machen, braucht man nicht viel. Wichtig sind nur Freude am Forschen, Wissbegierde und Entdeckungsdrang. Der Rest ist komplett egal. Jeder ist hier willkommen.
Wie wurde meine Unterkunft sichergestellt?
Dr. Krick half mir dabei eine Unterkunft zu finden und zeigte mir mehrere Alternativen auf. Auch erklärte er mir, wo ich Busverbindungen finde und wo ich mich mit Essen verpflegen kann.
Wieso solltest auch du ein Praktikum hier machen?
Ich finde, das Praktikum war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Man lernt sich zu fokussieren, gewissenhaft und gründlich zu arbeiten und hat nebenbei noch Freude. Mit der Zeit wächst man als ein Team zusammen. Auch hat man hinterher vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten. Zum Beispiel im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes in der Werkstatt, oder man sieht sich in weiteren Bereichen der Kliniken oder in Studienangeboten der Universität des Saarlandes um.
Zusätzlich kann man bei Interesse auch selbstständig weiterforschen. So werde ich mich in NRW weiterhin an Jugend Forscht betätigen und von Dr. Krick und meiner Schule betreut werden.
Besonders möchte ich mich noch einmal bei Herrn PD Dr. Krick bedanken, der die Gehirnwerkstatt leitet und wesentlich zu meinen Lernerfolgen und meinem Spaß am Praktikum beigetragen hat.